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Chronik

1850

Nach mündlicher Überlieferung wurde im Jahre 1850 in Lambach eine Musikkapelle gegründet. Die Initiative zur Gründung ging vermutlich vom Lehrer Johann Wittmann aus. Johann Wittmann war ein Schüler von Josef und Michael Haydn. Die Aufzeichnungen über die ersten Jahrzehnte sind eher spärlich. Überliefert sind Wohltätigkeitskonzerte im Stift in den Jahren 1864 und 1865. Im Jahr 1876 wurde die Musikkapelle in die Feuerwehr eingegliedert. Auch die Uniform der Musiker war ab sofort mit jener der Feuerwehr identisch. Der Zusammenschluss mit der Feuerwehr führte zu einer deutlichen Steigerung der Aktivitäten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es kaum mehr ein kirchliches oder weltliches Fest ohne Mitwirkung der Musikkapelle.
Geprobt wurde damals im Gasthaus Lenzeder. Teilweise nahmen die Musiker kilometerweite Fußmärsche aus den umliegenden Gemeinden (z. B. Wimsbach, Neukirchen oder Schwanenstadt) auf sich, um bei den Proben anwesend zu sein. Zusätzlicher Anreiz zum Probenbesuch war jedoch nicht selten auch ein Fass Freibier.

 

1900

 Einen großen Aufschwung nahm die Musikkapelle unter Kapellmeister Johann Holzinger. Der genaue Beginn seiner Kapellmeistertätigkeit ist nicht bekannt, dürfte jedoch um das Jahr 1900 liegen. Johann Holzinger gelang es in kurzer Zeit, das musikalische Niveau gewaltig anzuheben. Als zwar strenger aber gleichzeitig auch sehr fähiger Kapellmeister genoss Johann Holzinger in Lambach und weit darüber hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Neben seiner Tätigkeit als Kapellmeister war Johann Holzinger auch Komponist. So stammen etwa die Märsche "Lambacher Schützen" und "Dem Vater der Musik" aus seiner Feder. Beide Märsche werden in Lambach und darüber hinaus auch heute noch oft gespielt.

 

1914

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 bedeutete für die Musikkapelle einen schweren Einschnitt. Der Verein wurde nämlich aufgelöst und die Instrumente einer in Lambach stationierten Regimentsmusik überlassen. Die Regimentsmusik nahm in Folge auch die musikalischen Pflichten wahr. Auch nach Ende des ersten Weltkrieges war es um die Musikkapelle schlecht bestellt. Gegen eine Neugründung regte sich nämlich Widerstand bei einigen Lambacher Bürgern. Das führte dazu, dass viele Lambacher und Edter Musiker der Musikkapelle in Stadl-Paura beitraten, die dann in Musikkapelle Lambach - Stadl-Paura umbenannt wurde.

 

1932

 Erst im Jahr 1932 gründeten Johann Moser und Josef Zacherl mit weiteren Musikfreunden die Musikkapelle neu und gaben ihr den Namen Musikverein Edt-Lambach. Der Schneider Johann Moser wurde auch deren Kapellmeister. Im Jahr 1934 wurde ein großes Gründungsfest gefeiert. Trotz der politisch und wirtschaftlich ungemein schwierigen Zeit konnte unter Kapellmeister Johann Moser in den Dreißigerjahren wieder ein beachtliches musikalisches Niveau erreicht werden. Auf dem Programm standen unter anderem anspruchsvolle Ouvertüren wie Feodora, Titus oder Tannhäuser.  

 

1947

Der Beginn des zweiten Weltkrieges führte 1939 wiederum zu einem vorläufigen Ende der Aktivitäten. Ein großer Teil der Musiker mußte Kriegsdienst leisten und so mancher verlor dabei leider sein Leben. Erst am 15.1.1947 wurde im Gasthaus Pelz die Gründungsversammlung der nunmehrigen Marktmusikkapelle Lambach-Edt abgehalten. Kapellmeister wurde wiederum Johann Moser. Der Verein bestand damals aus 22 aktiven und 12 unterstützenden Mitgliedern. 1950 wurde unter Mitwirkung von 23 Gastkapellen das 100jährige Gründungsjubiläum groß gefeiert. Der Stand der aktiven Musiker war mittlerweile auf 34 gestiegen. 1951 konnte erstmals in der Geschichte ein Ausflug durchgeführt werden. In Hallstatt und Unterach am Attersee wurde dabei auch konzertiert. Seither sind Ausflüge ein fixer Bestandteil des Vereinslebens. Dabei konnten immer viele Kontakte geknüpft, die Gemeinschaft gepflegt und das Können der Musikkapelle auch auswärts präsentiert werden. Ab den Fünfzigerjahren widmete man sich erstmals auch professionell der Jugendarbeit. In diesem Bereich erwarben sich vor allem Kapellmeister Paul Neubauer und der Leiter der Jungbläsergruppe, Herr Adolf Lepka bleibende Verdienste. Eine weitere Notwendigkeit dieser Zeit war die Umstellung des Instrumentenbestandes von hoher auf tiefe Stimmung. Diese Großinvestition konnte nur dank großzügiger Unterstützung der Gemeinden Lambach und Edt sowie weiterer Spender finanziert werden.   

1965

Hatte man bisher immer in Lambacher Gasthäusern geprobt so war die erstmalige Errichtung eines eigenen Musikheimes ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Die Auflassung und der Abbruch des alten Eichamtes in der Kramergasse (hinter dem Gasthaus Sammer) schaffte dazu den nötigen Bauplatz. Mit dem Bau wurde 1965 unter Kapellmeister Rudolf Schlager begonnen. Dazu wurden von den Musikern tausende freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Besondere Verdienste erwarben dabei die Musiker Paul Neubauer und Johann Reiter. Im Jahr 1967 fand wie bereits 1955 das Bezirksmusikfest in Lambach statt. Neben dem Konzert einer Gastkapelle aus Kärnten wurde dem Publikum ein Wertungsspiel und ein großer Festzug mit 25 teilnehmenden Kapellen geboten.

 

1968

Der plötzliche Unfalltod des jungen und talentierten Kapellmeisters Rudolf Schlager bedeutete im Jahr 1968 für den Verein einen schweren Verlust. Die verwaiste Kapellmeisterstelle übernahm Adolf Lepka. Auch als Kapellmeister widmete sich Adolf Lepka engagiert der Jugendarbeit und gründete eine eigene Jugendkapelle (damals die einzige im ganzen Bezirk). Die Jugendkapelle konnte bei Konzerten große Erfolge erringen. Auf Adolf Lepka folgte 1971 der Musiklehrer Raimund Schmidinger als Kapellmeister. Unter seiner Zeit wurden bei Konzert- und Marschwertungen viele ausgezeichnete Erfolge verbucht. 1986 wurde wieder Adolf Lepka Kapellmeister, im Jahr 1990 folgte ihm Karl Finkenzeller und ab 1994 Manfred See. Ein besonderes Jahr für die Gemeinde Lambach und auch die Marktmusikkapelle war 1989. In diesem Jahr wurde im Stift die oberösterreichische Landesausstellung abgehalten. Damit verbunden waren zahlreiche Veranstaltungen. Absoluter Höhepunkt des Jahres war für die Musikkapelle der bekannte .Ball der Oberösterreicher. in den altehrwürdigen, mittlerweile leider durch einen Brand zerstörten Sophiensälen in Wien. Die Organisation des Balles lag in der Verantwortung der Gemeinde Lambach. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Marktmusikkapelle. Kapellmeister Adolf Lepka hatte mit seinen Musikern nicht weniger als 70 (!) Stücke einstudiert. Der Ball samt festlichem Einzug der Musiker war für alle Mitwirkenden und Gäste ein unvergessliches Erlebnis. Die Errichtung der Dreifachturnhalle bot ab 1990 die Möglichkeit, auch in Lambach Konzerte in viel größerem Rahmen abzuhalten. Unter Karl Finkenzeller gab es 1990 erstmals das mittlerweile traditionelle Konzert am Vorabend vor Silvester. Dieses sehr gut besuchte Konzert ist seither ein fixer Bestandteil des Lambacher Kulturlebens. 

 

1999

Da das bisherige Musikheim längst zu klein geworden war und auch sonst nicht mehr den heutigen Erfordernissen entsprach, wurde unter Kapellmeister Finkenzeller die Errichtung eines neuen Musikheimes geplant. Im Jahr 1999 konnte unter Kapellmeister Manfred See das Vorhaben endlich realisiert werden, wobei sich besonders Obmann Ernst Rutzinger große Verdienste erwarb. Das neue Musikheim wurde im Rahmen des Umbaus der Feuerwehrzeugstätte über der Fahrzeughalle errichtet und ist somit in seiner Ausführung eine Rarität. Im Jahr 2001 konnte sich die Marktmusikkapelle dann in einer neuen Tracht präsentieren. Wesentlich erleichtert wurde der Ankauf durch eine Großspende des langjährigen und mittlerweile leider verstorbenen Gönners Helmut Spicker. Musikalische Höhepunkte der von 1994 bis 2005 dauernden Ära von Kapellmeister See waren die Silvestergala zum Jahrtausendwechsel gemeinsam mit dem Union-Chor Lambach sowie die Aufführung des Musicals "Freude" im Jahr 2005 gemeinsam mit einem Chor des Realgymnasiums Lambach. Mit Konzerten im Big-Band-Sound wurden musikalisch einigermaßen neue, jedoch höchst erfolgreiche Wege beschritten. Ausflüge mit Auftritten in Wildon/Steiermark (1995), in St. Margareten/Kärnten (1996), in der Partnergemeinde Reichenschwand/Deutschland (2000) und bei einem Jubiläum der Musikkapelle in St. Lambrecht/Steiermark im Jahr 2002 waren weitere bedeutende Ereignisse dieser Jahre.
 
2006

Holger Mair folgte auf der Kapellmeisterstelle. Mit der musikalischen Abhandlung von bestimmten Themen bei den Frühjahrskonzerten stellte Kapellmeister Mair hohe Ansprüche an sich selbst sowie an das Orchester und an die Zuhörer.  Hervorzuheben ist die "Nacht unter Sternen" im Hof des Lambacher Stiftes im Jahr 2006. Im Jahr 2010 wurde  ein Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Stadl-Paura abgehalten. Dieser laue Sommerabend im Atrium der Landesmusikschule Stadl-Paura vor der beleuchteten Paurakirche blieb vielen als besonders stimmungsvoll in Erinnerung.
 
2011

Noch wesentlich intensiver gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Musikverein Sipbachzell im Jahr 2011. Insgesamt wurden fünf Konzerte absolviert. Höhepunkt waren dabei die Aufführungen auf großen Plätzen in Siena und Lucca anlässlich einer 5-tägigen Konzertreise in die Toskana. Eine solch große Konzertreise ist in der bisherigen Vereinsgeschichte beispiellos und war für alle Mitreisenden ein unvergessliches Erlebnis.
2011 wurde außerdem die Nachwuchsarbeit der MMK auf ein neues Niveau gehoben. In Kooperation mit der Volksschule Lambach und der Landesmusikschule Stadl-Paura startete 2011 der erste Jahrgang der Bläserklasse. Bereits im Alter von 8 Jahren suchen sich die Kinder ein Blasinstrument aus und erlernen dieses unter professioneller Anleitung. Von Beginn an wird auch gemeinsam musiziert. Die jüngeren „Bläserspatzen“ dirigiert Beate Schlattner, während Paul Hofer im Bläserspatzen-Orchester den etwas älteren Jungmusikern vorsteht.
 
2016

Nach 10  Jahren übergab Holger Mair im Jahr 2016 nach einem ORF-Radiofrühschoppen den Taktstock der MMK an Daniel Kreutzer.
Nach Ablegen des bronzenen Jungmusiker-Leistungsabzeichens sind bis 2016 bereits acht der Musikschüler aus der Bläserklasse zur MMK „aufgestiegen“.

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